Weisheiten, Zitate, Lustiges,
Lesenswertes & Liebesgesänge

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"Schätze" des AbschlussSeminars 2010"Schätze" des AbschlussSeminars 2010
DankbarkeitDemut & Dank

Engel “Dankbarkeit” aus den “Findhorn Angel-Cards”
ISBN 0-934245-25-8

OM & MantrasOM Channelings & MeditationenChannelings & MeditationenChannelings & Meditationen
Bergeslust von TatjanaBergeslust von Tatjana
Humor

... und hier geht’s  zum Schmunzeln

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NEUE GEDICHTE, SPRÜCHE & BEDENKENSWERTES

FUKUSHIMA SIND WIR ALLE
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“Die letzte Stimme, die man hört,
bevor die Welt explodiert,
wird die Stimme eines Experten sein,
der einem erklärt,
dass das technisch unmöglich sei.”
Peter Ustinov

 

 

ZUHAUSE
IN DEINEM HERZEN

Ich will in DEINEM Herzen sein.
Ich will in DEINEM Herzen leben -
und lachen und weinen und staunen
und dankbar sein.
Ich will mit DEINEN Augen sehen.
Ich will nur noch DEINE Worte sagen.
Ich will in allen Menschen nur DICH sehen.
Ich will von überall um mich herum
nur DEINE Stimme hören.
(**shri rama rama rama rama rama ...)
Ich will DICH riechen, schmecken und trinken.
Ich will nur DICH.
Ich will vergehen in DEINEM Herzen,
... so daß nur noch DU übrig bleibst:
MAHARAJJI !

Nika,  April 2010

Maharajji

shri ram - gesungen von Neem Karoli Baba - liebevoll Maharajji genannt
 ** Das ist eine Aufnahme von Neem Karoli

 

 

Karin am Strand von Pidsidia

BEZIEHUNG

Was es braucht? Wahrheit – Satsang
Was es braucht? Kontakt
Was es braucht? Liebe
Was es braucht? Verständnis
Was es braucht? Mut
Was es braucht? Austausch
Was es braucht? Lachen
Was es braucht? ein Sehen des Anderen
Was es braucht? Ausdauer
Was es braucht? ein sich zeigen
Was es braucht? Hoffnung
Was es braucht? Freunde
Was es braucht? Nika
Was es braucht? Gott

Wenn wir beide wollen,
steht uns all das zur Verfügung.
Ich weiß das!

Karin Oktober 2010

 

 

 

 

 

Gedichte & Sprüche vom Team, TeilnehmerInnen & Freunden ... und mir !

 

 

DANKE FÜR DIESES GUTE LEBEN
für alle:
Danke für diese Wahlfamilie,
Danke für diese Heimat hier,
Danke daß ich all dies erfahr'n hab,
ich & du & wir.
für die TeilnehmerInnen
Danke für eure offnen Herzen,
Danke für euren großen Mut,
Danke, daß ihr uns alles zeigtet,
Liebe, Freud' und Wut.
für Nika
Danke für deine klaren Worte,
Danke für dein stets offnes Ohr,
Danke, daß ich dich so sehr liebe,
mehr noch als zuvor.
für Robert:
Danke für deine Herzenswärme,
Danke für deine Ehrlichkeit,
Danke für deine weiche, schöne,
starke Männlichkeit.
für Nika & Robert:
Danke für eurer herzhaft Lachen,
Danke für euer Liebesglück,
Danke, Ihr helft' uns s'Herz aufmachen,
immer noch ein Stück.
für uns AssistentInnen:
Danke an alle Assistenten,
Danke für Freude und für Leid,
Danke für uns're langen Nächte,
schlaflos ohne Zeit.
für Gott:
Danke, dein Heil kennt keine Schranken,
Danke, ich halt mich fest daran,
Danke, ach Gott, ich will dir danken,
daß ich danken kann !
BITTE:
Bitte, ach Gott, laß Wunder wirken,
Bitte wir strecken uns're Hand,
Bitte, begleite uns're Wege
in das "AshrAUM"-Land !

gedichtet & gesungen vom Team
des letzten SYNTHESeIS LOVE Trainings 2003
Gabriele, Hans, Jadwiga, Karin, Maria, Mathias, Sulith, Tatjana

 

das SYNTHESeIS LOVE Team auf Teneriffa
SEGEN
GESEGNET BIN ICH.
GESEGNET MIT MENSCHEN DIE MICH LIEBEN.
GESEGNET MIT FREUNDEN.
GESEGNET MIT DANKBARKEIT, HINGABE,
WAHRHAFTIGKEIT, FÜRSORGE & TREUE.
GESEGNET BIN ICH MIT EUCH.
ES GAB EIN LEBEN VOR DIESEM SEGEN.
ES WAR EIN GUTES LEBEN.
UND DOCH UNVORSTELLBAR,
DAß MICH SO EIN GLÜCK ERWISCHT -
UND DOCH UNVORSTELLBAR,
DIESES GESCHENK EUERER ZUNEIGUNG.
GESEGNET SEI ALL DAS,
WAS AUS UNSERER VERBINDUNG ENTSTEHT.
GESEGNET SEI ALL DAS, WAS ZU UNS KOMMT.
GESEGNET SEI ALL DAS,
WAS WIR IN DIE WELT GEBEN.
GESEGNET SEI UNSER KREIS.
Nika für das SYNTHESeIS LOVE Team,
10.März 2003

Dankbarkeit

Engel “Dankbarkeit” aus den “Findhorn Angel-Cards
ISBN 0-934245-25-8

 

 

Vollmond

Vollmond in den Fischen
Manuela’s SYNTHESeIS LOVE - Lied

Steige ein in die Barke der Mondin
Und schaukle mit ihr durch die Nacht
Pflück die Sterne und schließ deine Augen
Sei gewiß dass die Mondin über dich wacht

Mach dein Herz auf für die Strahlen der Sonne
Und vertraue auf deine Kraft
Laß dich führen und laß dich begleiten
Von der Sonne, die das Leben erschafft

Laß dich lieben und lasse dir helfen
Von den Menschen rings um dich her
Sei du selbst und dann bist du im Himmel
Und das Paradies verlässt dich nie mehr

Sei dankbar für alle Geschenke
Die das Leben auf Erden dir gibt
Jauchze jubel und singe und tanze
Und sei sicher, dass das LEBEN DICH LIEBT

 Lesbos , 31. August 2004

 

 

GEBURTSTAGSLIED FÜR NIKA

HEUTE KANN ES REGNEN, STÜRMEN ODER SCHNEI'N,
DENN DU STRAHLST JA SELBER WIE DER SONNENSCHEIN .
HEUT IST DEIN GEBURTSTAG, DARUM FEIERN WIR.
ALLE DEINE FREUNDE FREUEN SICH MIT DIR .

Geburtstagslied für NikaWIE SCHÖN, DASS DU GEBOREN BIST !
WIR HÄTTEN DICH SONST SEHR VERMISST.
WIE SCHÖN, DASS WIR BEISAMMEN SIND.
WIR GRATULIEREN DIR, GEBURTSTAGSKIND !

DU ÖFFNEST UNS DEIN HERZ, DA NEHMEN WIR GERN PLATZ.
UND FINDEN DADURCH IN UNS SELBER EINEN SCHATZ.
GEDULDIG LEHRTST DU UNS, ZU LIEBEN UND VERTRAU 'N,
SO KOMMT'S, DASS WIR STETS MEHR AUF HÖHERE FÜHRUNG BAU'N.

WIE SCHÖN, DASS DU GEBOREN BIST !
WIR HÄTTEN DICH SONST SEHR VERMISST.
WIE SCHÖN, DASS WIR BEISAMMEN SIND.
WIR GRATULIEREN DIR, GEBURTSTAGSKIND !

DU BEGLEITEST UNS'REN WEG DURCH FREUDE UND DURCH SCHMERZ.
WENN WIR IM LEID VERZAGEN, KLOPFST DU AN UNSER HERZ.
IN LIEBE SIEHT DIE WELT FÜR UNS VIEL REICHER AUS,
WIR UMARMEN DICH IM HERZEN UND FLIEßEN UNS'REN LAUF.

WIE SCHÖN, DASS DU GEBOREN BIST !
WIR HÄTTEN DICH SONST SEHR VERMISST.
WIE SCHÖN, DASS WIR BEISAMMEN SIND.
WIR GRATULIEREN DIR, GEBURTSTAGSKIND !
von Sulith, Karin & Co ??

 

 

IN DER MATERIELLEN WELT LEBEN
(oder : "Aura Soma Nr. 65"
oder "Nur auf der Durchreise")

Aus Angst in der Materie zu versinken,
schwebe ich ( mehr oder weniger hoch) über dem Erdboden.

Doch ich vergaß: Ich bin nur auf der Durchreise !

Auch die stärksten Wurzeln
könnten mich nicht daran hindern, wieder zu gehen.

Jetzt erst sehe ich: Jeder Baum schlägt Wurzeln,
obwohl er doch jeden Tag sterben kann.

Und er spricht zu mir:
Lebe in dieser Welt !
Koste von ihren Köstlichkeiten !
Liebe all ihre Erscheinungen !
Besinge ihre Schönheit !
Genieße ihre Fülle !
Empfange in Dankbarkeit ihre Geschenke !
Laß dich lieben von all ihren Bewohnern !
Verströme Lächeln, Staunen, Kraft & Licht !
Verströme "DICH" ...

... und wisse stets um den Tag der Abreise !

Nika, Kreta Juli 99 / Niederding Januar 2004

Baum

 

 

"... UND SIE ERKANNTEN EINANDER ..."

Diese Liebe läßt Wundervolles geschehen -
... sie öffnet Herzen & Ketten der Abhängigkeit
und zaubert ein Lächeln in die Gesichter der Menschen.

Diese Liebe erschuf in Sekunden -
... aus einer distanzierten Person eine liebende Frau
voll grenzenloser Hingabe -
und aus einem zurückhaltenden Freund einen mutigen Mann
voll Zärtlichkeit & Leidenschaft.

Diese Liebe ist unbegreiflich ... unergründlich -
... sie drehte meine klare, geordnete Welt auf den Kopf,
hob mich in ihre Weite und läßt mich staunend ihre Wunder ahnen.

Diese Liebe ängstigt mich manchmal -
bis ich sie in seiner Stimme höre, mit der er mich in Liebe hüllt,
wie in einen warmen schützenden Mantel.

Diese Liebe läßt mich wachsen - 
so leicht und freudig, als ob das Leben ein Spiel sei !

Diese Liebe macht mich sprachlos -
und läßt doch Liebesbriefe aus mir heraus singen.

Diese Liebe kann ich in seinen Augen sehen
& heiß in meiner Yoni fühlen, wenn er "Ich liebe dich" sagt

Diese Liebe ist ein lang ersehntes Geschenk -
auch wenn ich es noch gar nicht ganz er"fassen" kann.

Diese Liebe ist alles was ich mir wünsche -
... auch wenn sie mich manchmal bis weit
über meine Ego-Grenzen hinaus ausdehnt.

Diese, unsere Liebe ist:
 Freude über & über ... Zärtlichkeit & Schmelzen ...
 Lachen & Sehnen ...  Lust & Lernen ...
fließen mit dem Fluß ...

... ist ein Versprechen an Gott sie nicht für uns zu behalten

Für Robert, München, 21. März 2000

Liebe

 

 

STRAND UND MEER

Ich bin der Strand
und du bist das Meer.

ich empfange dich stetig
und nehme deinen großen kräftigen
& deine kleinen zarten Wellen
freudig auf ...

und immer wieder gebe ich dir dich
- und ein Stück von mir zurück.

Durch dich bin ich ständig verändert
und in Wandlung.

Wir sind das Leben.
    Wir sind die Liebe.   

Tatjana van de Weyer

  Loslassen .,..

 

 

AM ANFANG

... wieder am Beginn angekommen
wo mein Leben schon so oft gekreist ...
wie eine Spirale ...
nur diesmal noch mehr entkleidet ... nackt und unschuldig ...
wie ein noch ungeborenes Kind in
einer nach außen schon erwachsenen Frau ...
ob man hier von Zeit sprechen kann ...
das Leben vor mir ... frisch und neu ...
alles noch ungelebt und unentdeckt ...
habe ich genug Zeit dafür? Wofür?
Zu Hause bei mir ...
Und nun kann die Reise beginnen, runter und runter, tief ...
Mein Weg ... in deinen Händen ...
Trauer über mein trauriges Leben
... doch nun bin ich da ...
... geführt ... wie schon immer ...
gehen und gehen und fallen und gehen mit dir ...
wie wenig gewagt ...
wie ängstlich
stillschweigend und leise
wandelnd zart
leicht wie der Wind
schön wie ein Frühlingslächeln
strahlend
Maria / Januar 2006

ZWISCHEN DEN WELTEN

Nicht hier und auch nicht dort
Dazwischen
Die Erde noch undurchdringbar
Der Himmel zu weit entfernt
Mal sehne ich mich fortzugehen
nach oben zu fliegen und mich auflösen
Mal sehne ich mich tief mit den Wurzeln runterzusteigen
und mit der Erde verschmelzen
Was verliere ich wenn ich mich entscheide ganz hier zu sein?
Ist der Himmel dann weg?
Was verliere ich wenn ich mich entscheide zu gehen?
Das Geheimnis des Menschseins nie ergründet zu haben?
Viel mehr wünsche ich mir Beides zu vereinen
und tief in ihnen ruhen
Himmel und Erde
Und den Mut, die Kraft und das Vertrauen ganz tief einzutauchen
in den Bauch der Erde und das Meer der Gefühle
Durch das Feuer hindurch in den Himmel fliegen
Und alles gleichzeitig.
Maria / August 2004

 

 

Kundalini

ERDE HIMMEL HERZ

Wie heißes Magma steigt es auf
Die Erd-Wurzelkraft zu hauf
Die Glut durchs Fenster meiner Füße schnellt
und schon sich im Becken die Kundalini aufstellt
Die Flammen wolln nach oben züngeln, zischen-
sich durchs 2./3. Chakra mischen
und sich an den Atem des Herzens binden
doch erst muß sich noch das weiße Licht von Oben einfinden.
verschmolzen im Herzraum-
die Energien von Himmel und Erde,
auf daß in uns allen
Vater und Mutter EINS werde.
Tanja Nie, März 2008

 

 

DAS NICHTS

Warum fließen meine Tränen immerzu?
Die Antwort ist: Ich habe das NICHTS gesehen!
Mein Verstand weiß nicht was es bedeutet, das NICHTS.
So ein Schmarrn sagt er, NICHTS kann man doch nicht sehen, das ist doch nichts.
Doch, schreien meine Tränen. NICHTS kann man freilich sehen:

NICHTS ist das Wesentliche.
NICHTS ist ALLES.
NICHTS Ist!
Es gibt nichts Anderes als NICHTS.
NICHTS ist die Höhe und die Tiefe.
NICHTS ist der Anfang und das Ende
und die Unendlichkeit.
NICHTS hört nie auf.

Meine Tränen fließen und machen Platz in meinem Körper:
Für NICHTS.
Das NICHTS breitet sich aus in mir.

ICH BIN.
NICHTS.

Manuela

Maharshi

 

 

KochmärchenDer Königskoch

... ein Kochmärchen von Karin für Jürgen ...

Es war einmal vor geraumer Zeit, da ließ der König die Nachricht im Land verbreiten, dass er einen neuen Koch suche. Der Koch der ihm seit 46 Jahren treu gedient und ihm die leckersten Speisen bereitet hatte, war alt geworden. Er hatte keinen Zahn mehr, um prüfen zu können, ob das Fleisch zäh oder zart war. Seine Augen machten nicht mehr mit. Immer wieder fand der König kleine Federchen an seinen Gerichten, und auch die Geschmacksnerven und seine ganzen Sinne hatten nachgelassen, so dass der König häufig völlig fades oder überaus verwürztes Essen auf seinen Teller fand. Doch der König war sehr gütig und sagte zu dem alten Koch, dass er weiter im Schloss wohnen und seinen Lebensabend genießen solle.

Da das Land, das der König regierte, ein sehr friedliches war, machten sich auch die Untertanen Gedanken, wie der König zum Besten aller Köche gelangen könne. In jedem Dorf trafen sich also die besten Köche, um ihre besten Speisen zuzubereiten. Am Abend wurde dann eine große Tafel auf den Marktplatz aufgestellt, und die Speisen wurden verkostet von der ganzen Gemeinschaft. Was gab es da für absonderliche Gerichte! Denn jeder koch wollte sein Bestes geben! Doch in jedem Dorf wurde man sich auf wundersame Weise einig, wer der beste Koch war und am Königshof sein Glück versuchen sollte.

So kam es dann, dass sich zwei Monde später die 108 besten Köche aus den verschiedenen Dörfern am Königshof einfanden. Wie man sich denken kann, herrschte da ein reges Treiben. Der ganze Königshof war nach kürzester Zeit erfüllt von den herrlichsten Düften. Schon am nächsten Abend sollte die Entscheidung getroffen werden, wer der zukünftige Koch des Königs sein werde. Das war eine Aufregung! Wieder wollte jeder Koch sein Bestes geben. Jeder hatte eine bestimmte Vorstellung, wie sein Gericht schmecken oder aussehen solle. Manche wählten die außergewöhnlichsten Zutaten, die sie nur unter schwierigsten Bedingungen auftreiben konnten.

Doch da der König einem jeden der 108 Köche einen ansehnlichen Betrag zur Verfügung stellte, war es oft möglich, sehr ausgefallene Dinge zu bekommen. Die einen schworen darauf, ganz besondere Blüten als Dekoration für ihre Gerichte zu verwenden, wieder andere verwendeten die seltensten, kleinsten Singvögel, die im Land zu finden waren.

Aber da gab es noch einen Koch, der sich auf andere Dinge besann. Er hatte die untrügliche Ahnung, dass der König schon alles vorgesetzt bekommen hatte, was man sich  nur vorstellen konnte, und dass er sich nach etwas anderem sehnte. Dieser Koch hatte eine sehr lange Zeit bei einer weisen Frau das Kochen gelernt – was heißt gelernt – er hatte an seinem eigenen Körper erfahren, wie es sich anfühlt, eine Speise zu sich zu nehmen, die mit Liebe zubereitet wurde. Er hatte gelernt, alles zu achten und zu ehren, was er auch nur in die Hand nahm. Er liebte sein Messer, mit dem er Gemüse hackte. Er dankte jedem Tier, jeder Pflanze, dass sie sich zur Verfügung stellten. Sein Ansinnen lag darin, alle Lebensmittel zu einem größeren Ganzen zu vereinen. Er war zu einem wahren Alchemisten geworden, der danach strebte, ein Essen für LEIB & SEELE zu bereiten. Er hatte sich nicht wie alle anderen Köche damit befasst, die außergewöhnlichsten Lebensmittel aufzutreiben; ja er wusste nicht einmal, was er am Abend dem König vorsetzen wollte. Aber er hatte ein tiefes Vertrauen. Er ruhte in sich, war in seinem Körper ganz zu Hause, war verbunden mit dem Himmel und der Erde, denn alles ruhte in ihm. Er wusste genau, wenn die reif Zeit war, würde er eine Inspiration erhalten, er würde die Sehnsucht spüren, die ihn dann leiten würde. Und so geschah es.

Als alle anderen Köche hantierten und es schon in vielen Töpfen brodelte, wurde er ganz traurig, als er über den Platz lief. Er sah die Verschwendung der vielen Lebensmittel. Und auf einmal wusste er genau, sein ganzes Wesen wusste: Er würde aus den weggeworfenen Fischresten, die zuhauf herumlagen, eine Fischsuppe für den König kochen. Er sammelte Fischköpfe, -schwänze, - gräten ein, sah hier noch ein paar kleine Kartoffeln, da noch Gemüsereste. Dann fiel sein Blick noch auf Tomaten, wundervolle Tomaten, die seine große Vorliebe waren. Für ihn waren es die heiligsten Früchte, die den alten Namen Paradeiser mehr als alles Andere verdienten. Das einzige was er noch kaufen musste, waren Zwiebeln, aber die gab es zuhauf, und Wein.

Bald schon brodelte auch in seinem Topf ein Fischsud. Die Fischreste waren mehr als willig, all ihren Geschmack an die Brühe abzugeben; denn nichts entsprach mehr ihrem SEIN, als zu dienen und sich ganz zu verschenken. Der Koch sang bei der Arbeit Lieder; oder oft auch summte er nur vor sich hin. Wenn dann mal wieder Zweifel in ihm aufkeimten, sang er das Lied „Danyavad“. Er hatte es von der weisen Frau gelernt, und er erinnerte sich dann an die Zeit, als er mit ihr gemeinsam in der Küche stand und für viele Menschen, die angezogen, von dieser nicht zu beschreibenden Art des Kochens waren, die köstlichsten Speisen bereiteten. Sogleich wurde sein Herz ganz weit, und die Liebe quoll ihn aus allen Poren. Das Herdfeuer verrichtete seine Arbeit von ganz alleine.

So beschloss der Koch ein Nickerchen zu machen. Das bereitete ihm immer größte Freude. Er ging einen Hügel hinauf und streckte sich in der wärmenden Sonne aus. Immer dann, wenn er ruhte, war er Gott noch näher. Er spürte die Sonne und den Wind auf seinem Körper und die Erde, die ihn trug, darunter. Oft hielt er dann Zwiesprache mit dem heiligen Baba, oder aber ging ganz in ihm auf.

Schon nach kurzer Zeit wachte er erfrischt und inspiriert auf. Ja, genau neben ihm verströmten Kräuter einen betörenden Duft. Er hatte solche Kräuter noch nie gesehen, aber er wusste, dass sie hervorragend in die Fischsuppe passen werden. So war seine Art zu kochen. Er dachte auch immer wieder an den König, um zu erspüren, was ihm besonders gut tun würde. Und wie von selbst langte seine Hand nach einem Körnchen Gewürz und er fügte es der Suppe bei, die schon fast fertig war. Doch irgendetwas fehlte noch! Was war das nur? Etwas fehlte! Doch sogleich wusste der Koch, was zu tun war. Er nahm die geliebte Zauberkugel in seine Hände. Die hatte ihm die weise Frau geschenkt, als er beschloss auf Wanderschaft zu gehen. Die Kugel hatte die Fähigkeit – dann, wenn man schon ganz in der zubereiten Mahlzeit aufgegangen ist – das noch fehlende Gewürz aus ihrem Inneren erstrahlen zu lassen. Der Koch verband sich also mit der Zauberkugel und damit auch mit dem Wesen der weisen Frau, und sogleich zeigte die Kugel das noch fehlende Gewürz.

Kannia! Was sonst, der Koch wusste mit absoluter Sicherheit, dass dies genau das war, was der Suppe noch fehlte! kochmaerchen2Eine Priese Kannia, und die Suppe war perfekt. Perfekt ist das falsche Wort – göttlich!

Und genauso erging es dem König. Viele Speisen hatte er schon von den anderen Köchen gekostet. Die meisten waren köstlich – es war immerhin das Beste von den 108 besten Köchen des Landes. Doch als der König die Fischsuppe kostete wurde er ganz still und Tränen stiegen in seine Augen. Er fühlte sich gesehen, geehrt und geliebt. Ein Glucksen breitete sich in seinem Bauch aus, sein ganzes Gesicht begann zuerst zu lächeln, dann zu strahlen und er war erfüllt von großem Glück.

Auch der Koch war glücklich und zufrieden. Hatte er doch nur getan, was seine ihm ureigene Aufgabe und Bestimmung war.

In Liebe Karin
Sept. 2010, Kreta

 

 

Toni

WAS ICH SEIN WILL

Für Dich will ich Sein
Will für Dich sein, Steine, Kies und Sand unter Deinen sanften, zarten Füßen,
der harte feste Weg, den Du guten Mutes gehst und wanderst
und die Sterne, die leuchten sollen besonders hell für Dich.
Will sein, den Du gerne siehst und ganz stark spürst.

Will sein Pflanzen, Blumen und Bäume, die für Dich
Farben, Duft und Schatten spenden sollen
und all die Tiere, die da laufen, springen und kriechen,
schwimmen und fliegen auf dieser wundersamen Welt.
Will eins sein mit der Natur, ganz lebendig, bunt und duftend.

Will sein Regen, Wind und Sturm, die laue Sommerluft,
die streichelt auf Deiner Haut und das Licht der Sonne,
die Dein Gesicht erstrahlen lässt wie es ist und die Wassertropfen,
die über deinen Körper laufen, wenn es nass ist.
Will ganz nah sein bei Dir und Dich berühren, überall.

Will sein, das Rascheln der Blätter, das Singen der Vögel und der Klang der Glocken,
all die Töne und Melodien die Dich durchdringen
und die Musik der Sphären die für Dich ganz besonders sein soll.
Will sein, dass all diese Klänge Dir was sagen sollen.

Will sein, Essen und Trinken, Brot und Wein für Dich,
das Salz des Lebens auf Deinen Lippen
und Du sollst weder Durst noch Hunger leiden nach irgendwas.
 Will sein bei Dir, mit Haaren, Haut und Knochen
und was sonst noch ist an mir.

Will sein Dein Esel, der trägt Dein Gewicht und Deine Last,
über holprige Wege, dunkle Pfade und steile Berge,
Damit Du wie ein Vogel frei sein kannst
und hinfliegen darfst, wo immer es Dir lustig ist.
Will sein, der was aushält und dem Dein Flug gefällt.

Will sein, der Morgen und der Abend, der helle Tag und die dunkle Nacht
die Wolkenfetzen die am blauen Himmel vorüberhetzen
und die Zeit soll stehen bleiben, wann immer Du sie brauchst.
Will zu Dir kommen, bei Dir sein und wenn es
Zeit ist und es wirklich sein soll, wieder gehen. 

Will sein, der Frühling, der den strengen Winter bricht für Dich,
der Sommer mit all seinen Früchten und dem reifen Korn
und der Herbst, da will ich sein Dein Pflug,
um zu wenden was verrotten muss,
um vorzubereiten was noch werden soll.
Will sein Dein Bauer, der säht Glück und erntet Dich.

Will sein, ein Schimmelreiter und Dein Prinz,
der Dich wach küsst wenn du schläfst und wenn du träumst,
damit du den Zauber nicht versäumst, der in Dir ist,
der in dir wohnt und niemals aufhört da zu sein.
Denn der Zauber des Seins ist groß.

Will sein, dass es eine Zeit gibt, wo Dir kalt ist und Dich friert, wo
du einsam und alleine, verlassen und verzweifelt,
wo du traurig bist und weinst
dann will ich Deine warme  Hütte sein in der Du Zuflucht findest,
das Tuch, was abwischt und aufsaugt all Deine Tränen.
So sehr will ich sein, bis daß es Dich wirklich gibt.

Denn mein Sein ohne dein Sein wäre ohne Bedeutung
es gäbe keinen Weg, auf dem es sich lohnt zu gehen,
keine Farben, keinen Duft, nichts was zu spüren oder hören wert wäre,
keine Speise die meinen Hunger stillen könnte und keine Zeit für irgendwas,
und was am schlimmsten wäre, keinen Zauber, der mir inne wäre.

Will sein, dass ich Dich suche hinter jeden Stein und
auf jedem Weg, in allen Farben und Düften,
in allem, was ich erlebe, hör und fühle,
spüre ich den Zauber, dass es Dich gibt.
Will anzünden viele Lichter und Du sollst
bei mir sein in der heiligen Nacht.

Will sein ein Wassertropfen, der sich mit Dir vereint, mit Dir verbindet
und gemeinsam fließt und wandert durch verschlungene Gräben,
quirlige Bäche,
geheimnisvolle Seen, mancherlei Flüsse und gewaltige Ströme,
bis wir finden, wo unser zu Hause ist, wo wir nur noch
Sein sind, dort wo ist, das Meer.
Will Sein für Dich, bis ich nicht mehr bin,
bis ich bin, Sein mit Dir, Eins, Ein, Ei, Om.
EINST

Toni Bauer, geschrieben Weihnachten 2004
für Heidi und allem Sein im Universum!

Baum Herz

Baum Herz

 

 

Im Kreis tanzt das Jahr

Bring dir Frühling, bring Blumen dir, bring Farben im zartem Gewand.
Vorbei ist das Dunkle, das Schwere, das Kalte und Nasse.
Ein Hauch trägt es fort, du spürst es, Frühlingsluft soll dich erblühen.

Der Frühling bin ich, wenn Gefühle von dir mich berühren,
bin ein Regenbogen im Licht, bin Klang und Gesang
bin Duft, Glück und Glanz

Bring dir Sommer, bring Sonne dir, bring Licht in all seiner Fülle.
Will locken dich zum Tanze, zum heiter sein, zum fröhlichen Tun.
Gewitter, Donner und Regen lässt dich wachsen und strahlen, schön sein und stark.

Der Sommer bin ich, wenn ich deine Wärme spüre,
bin ein Lächeln im Sonnenstrahl und bin Freude,
bin Lust von Frau, von Mann, bin Dein.

Bring dir Herbst, bring Frische dir, bring Früchte zum pflücken.
Die Tage sind mild, der Himmel blau mit weißen Wolken die vorüberwehen.
Stürme, sie kommen, es gibt kein entweichen, der Tag wird weniger die Nacht nun mehr.

Der Herbst bin ich, noch bleibe ich liegen in deinen Armen
bin buntes Laub, die Wärme im Herd und bin Höhle
bin Heimat und Vertrau’n.

Bring dir Winter, bring Frost dir und Schnee, die Macht die alles sprengt und trennt.
Alles ist gewesen und die Gedanken verbinden sich zum Kreis
Es ist, was es ist, sagt das Licht, das ist Leben sagt das Jahr im Tanze, im Kreis.

Der Winter bin ich, nun werde ich gehen, mich wandeln,
bin Seele, Klarheit, Wissen, Ruhe und Dank
bin Liebe in dir, Liebe bin ich dank dir.
von Inge und Toni

Baum Jahreszeiten

 

 

 

LIEBESGESÄNGE

brennendes Herz

Das ist der Liebe heil'ger Götterstrahl,
Der in die Seele schlägt und trifft und zündet,
Wenn sich Verwandtes zum Verwandten findet.
Da ist kein Widerstand und keine Wahl,
Es löst der Mensch nicht, was der Himmel bindet.
Friedrich von Schiller


Das Treffen zweier Persönlichkeiten
ist wie der Kontakt zweier chemischer Substanzen:
Wenn es eine Reaktion gibt, werden beide transformiert.
C. G. Jung

"Einen Menschen zu nehmen, wie er ist, ist noch gar nichts.
Das muß man immer !
Die wirkliche Liebe besteht darin, ihn auch zu wollen, wie er ist !"
Alain
 

Einen Menschen lieben heißt: Ihn so sehen, wie Gott ihn gemeint hat.
Fjodor Dostojewski

Ich liebe dich - dafür habe ich dir dankbar zu sein; nicht du mir.
Aber das darf nur ich sagen; du darfst es nicht sagen.
Moritz Heimann


Ich habe mein Herz in ein Boot verwandelt
und habe in allen Meeren gefischt.
Ich habe an Strömen und Flüssen verweilt
und an Pilgerorten gebadet.
Ich habe Bitteres und Süsses gekostet.
Ich habe die entferntesten Regionen gesehen.
Und ich habe gelernt:
Der ist ein wahrer Mensch,
wer Gott und die Menschen liebt
und im Dienst an allen
in der ewigen Liebe verbleibt.
Nanak

 

Entscheide Dich stets für die Liebe!
Wenn Du Dich ein für allemal
dazu entschlossen hast,
wirst Du die ganze Welt bezwingen.
Die dienende Liebe ist eine ungeheure Kraft.
Sie ist die allergrößte Kraft,
und ihresgleichen gibt es nicht.
Fjodor M. Dostojewski


Verhalte dich einer anderen Person gegenüber so,
wie es dir richtig erscheint,
aber verstoße sie niemals aus deinem Herzen.
Neem Karoli Baba
 

Hast du dich selbst lieb,
so hast du alle Menschen lieb wie dich selbst.
Solange du einen einzigen Menschen weniger lieb hast als dich selbst,
so hast du dich selbst nie wahrhaft lieb gewonnen.
Meister Eckhardt

Alles ist Spiegelung.
Für einen erleuchteten Menschen ist die ganze Welt erleuchtet.
Einem verschlossenen Menschen ist die ganze Welt verschlossen.
Was immer dir von außen widerfährt,
hat seine Entsprechung in deinem Inneren.
Um die Schönheit zu erkennen, muß Schönheit in dir sein.
Um erkennen zu können, daß überall Liebe ist,
muß Liebe in dir sein.
Michael Barnett
Es ist so, wie es die Kena Upanishad sagen:
"Das Auge kann nicht sehen, noch kann das Ohr hören,
aber was sieht, ist das Auge des Auges
und was hört, ist das Ohr des Ohres".
Liebe sieht und hört dies, und es ist Liebe,
und allein Liebe, die Wahrheit oder Realität empfangen kann.
Krishnaji sagt: "Wenn es Rauch gibt,
wie können wir dann die reine Flamme sehen?"
Liebe ist keine Sache des Verstandes
und Liebe ist die einzige Antwort auf unsere Probleme.
J. Krishnamurti

Wenn es sich um wirkliche Liebe handeln soll,
so muss sie Mitge
fühl, Freude und Gleichmut beinhalten.
Wahres Mitgefühl trägt Liebe, Freude und Gleichmut in sich.
Wahr Freude beinhaltet Liebe, Mitgefühl und Gleichmut.
Wahrer Gleichmut trägt Liebe, Mitgefühl und Freude in sich.
Das ist die Natur des Miteinander-Verwobenseins
der vier unermesslichen Geisteshaltunqen.
Thich Nhat Hanh

Zu wissen, nichts zu sein - ist Weisheit.
Zu sehen, alles zu sein - ist Liebe
Buddha Nisargadatta Maharai

Es ist erstaunlich, daß Menschen Gott lieben können,
ohne gleichzeitig die Menschheit zu lieben.
Wen eigentlich lieben sie dann ?
Sri Aurobindo


Pflicht ohne Liebe macht verdrießlich
Verantwortung ohne Liebe macht rücksichtslos
Gerechtigkeit ohne Liebe macht hart
Wahrheit ohne Liebe macht kritiksüchtig
Erziehung ohne Liebe macht widerspruchsvoll
Klugheit ohne Liebe macht gerissen
Freundlichkeit ohne Liebe macht heuchlerisch
Ordnung ohne Liebe macht kleinlich
Sachkenntnis ohne Liebe macht rechthaberisch
Macht ohne Liebe macht gewalttätig
Ehre ohne Liebe macht hochmütig
Besitz ohne Liebe macht geizig
Glaube ohne Liebe macht fanatisch.
Laotse

In der Verzeihung des Unverzeihlichen
ist der Mensch der göttlichen Liebe am nächsten.
Gertraud von le Fort

Unser Ziel ist, einander erkennen
und einer im anderen das zu sehen und ehren zu lernen, was er ist:
des anderen Gegenstück und Ergänzung.
Hermann Hesse

Mit jemand leben oder in jemand leben ist ein großer Unterschied.
Es gibt Menschen, in denen man leben kann,
ohne mit ihnen zu leben und umgekehrt.
Beides zu verbinden
ist nur der reinsten Liebe und Freundschaft möglich
Goethe

Freiwillige Abhängigkeit ist der schönste Zustand,
und wie wäre der möglich ohne Liebe.
Goethe

Notwendiger ist: zu lieben, um zu verstehen,
als zu verstehen, um zu lieben
Henry de Montherlant

 

 

 

... und wenn es um Liebe geht - darf RUMI nicht fehlen ...


Ein Mann kam zur Tür der Geliebten und klopfte.
Eine Stimme fragte »Wer ist da?«
»Ich bin es«, antwortete er.
»Hier ist nicht genug Platz für dich und mich«,
sagte die Stimme, und die Tür blieb geschlossen.
Nach einem Jahr der Einsamkeit und Entbehrung
kam der Mann wieder und klopfte erneut.
»Wer ist da?« fragte die Stimme.
»Du bist es«, sagte der Mann,
und die Tür wurde geöffnet.
 
Liebende finden sich nicht
irgendwann irgendwo -
sie sind die ganze Zeit ineinander.

AuraFoto von Nika & Robert


Liebe läßt den Ozean wie einen Kessel Wasser kochen,
Liebe macht aus Bergen Staub,
Liebe läßt den Himmel hundertfach zerbersten,
Und ohne es zu wissen, läßt sie auch die Erde erzittern.
Und Gott sprach: "Wenn nicht aus reiner Liebe,
warum hätt ich dann die Welt erschaffen?
Allen Dingen gab ich Sein, bis hinan zur höchsten Sphäre,
auf daß ihr der Liebe Herrlichkeit seht.
Ohne die Liebe
ist jedes Opfer Last,
jede Musik nur Geräusch,
und jeder Tanz macht Mühe.
Mag aller Regen des Himmels ins Meer hinabfallen,
ohne die Liebe könnte kein einziger Tropfen zur Perle werden.
Für die, welche lieben,
gibt es nicht Moslems, Christen und Juden.
Für die, welche lieben,
gilt weder Glaube noch Gottlosigkeit.
Für die, welche lieben,
sind Körper, Geist, Herz und Seele eins.
Warum dann auf jene hören, die dies anders sehen?
Jene, die nicht lieben, haben keine Augen.
 

Ich trank von Seinem süßen Wein.
Nun bin ich krank,
Es schmerzt die Brust,
Ich habe hohes Fieber
Der Arzt verschreibt mir diese Pillen;
wohlan, es wird jetzt Zeit, sie einzunehmen.
Der Arzt verordnet diesen Tee;
wohlan es wird jetzt Zeit, den Tee zu trinken.
Der Arzt rät, diesen süßen Wein zu meiden;
wohlan, es wird jetzt Zeit, den Arzt zu meiden.

In den Wassern SEINER Liebe zerging ich wie Salz.
Nichts Gutes, nichts Schlechtes, kein Schuldspruch
und auch keine Zweifel bleiben zurück.
Ein Stern zersprang in meinem Herzen,
und die sieben Himmel gehen darin unter.
 

Gerne ertrage ich dieses Verlangen in meinem Herzen,
ich weiß ja, man findet es nur an heiligen Orten.
Dieses Verlangen,
welches für Himmel und Erde zu groß ist,
paßt leicht in mein Herz,
das kleiner ist als ein Nadelöhr.

robertnika

Man sagt, die Liebe öffnet eine Tür
von einem Herz zum anderen;
Doch wo es keine Mauer mehr gibt,
wo soll dann eine Tür sein?

 

 

 ... uns es geht weiter mit meinem zweiten Lieblingsdichter: RILKE


Ich geh dir nach in tiefem Dirvertrauen.
Ich weiß deine Gestalt durch diese Auen
vor meinen ausgestreckten Händen gehen.
... Ich geh dir nach. Wohin dein Herz mich führe
frag ich nicht nach. Ich folge dir und spüre
wie alle Blumen deines Kleides Saum ...
Ich geh dir nach auch durch die letzte Türe,
ich folge dir auch aus dem letzten Traum ...

 

Du darfst nicht warten, bis Gott zu dir geht
und sagt: Ich bin.
Ein Gott, der seine Stärke eingesteht,
hat keinen Sinn.
Da mußt du wissen, daß dich Gott durchweht
sein Anbeginn,
und wenn dein Herz dir glüht und nichts verrät,
dann schafft er drin.

Sonnenuntergang auf Korfu

Nur fort von allen vielen,
welche das Leben spielen:
Das war mein blindes Zielen,
war ohne Sinn und Saum.
Jetzt weiß ich: Dir entgegen
trieb ich auf tausend Wegen
am Tage und im Traum.
Und du bist das Erlösen,
nach welchem ich in bösen,
bangen Fiebern schrie;
im Dicherkennen sanken
meine riesigen reifsten Gedanken
wie Kinder in die Knie.
 
DIE LIEBENDE
Das ist mein Fenster. Eben
bin ich so sanft erwacht.
Ich dachte ich würde schweben.
Bis wohin reicht mein Leben,
und wo beginnt die Nacht?
Ich könnte meinen, alles
wäre noch ich ringsum;
durchsichtig wie eines Kristalles
Tiefe, verdunkelt, stumm.
Ich könnte auch noch die Sterne
fassen in mir; so groß
scheint mir mein Herz; so gerne
ließ es ihn wieder los,
den ich vielleicht zu lieben,
vielleicht zu halten begann.
Fremd wie nie beschrieben
sieht mich mein Schicksal an.
Was bin ich unter diese
Unendlichkeit gelegt,
duftend wie eine Wiese
hin und her bewegt,
rufend zugleich und bange,
daß einer den Ruf vernimmt,
und zum Untergange
in einem anderen bestimmt.
 
LIEBESLIED
Wie soll ich meine Seele halten, daß
sie nicht an deine rührt? Wie soll ich sie
hinheben über dich zu andern Dingen?
Ach gerne möchte ich sie bei irgendwas
Verlorenem im Dunkel unterbringen
an einer fremden stillen Stelle, die
nicht weiterschwingt, wenn deine Tiefen schwingen.
Doch alles, was uns anrührt, dich und mich,
nimmt uns zusammen wie ein Bogenstrich,
der aus zwei Saiten eine Stimme zieht.
Auf welches Instrument sind wir gespannt?
Und welcher Geiger hat uns in der Hand?
O süßes Lied.
 
Einmal am Rande des Hains
stehn wir einsam beisammen und sind festlich,
wie Flammen - fühlen: Alles ist Eins.
Halten uns fest umfasst; werden im lauschenden Lande durch die weichen Gewande
wachsen wie Ast an Ast.
Meine Seele spürt, dass wir am Tore tasten.
Und sie fragt dich im Rasten:
Hast du mich hergeführt ?
Und du lächelst darauf so herrlich und heiter
und: bald wandern wir weiter: Tore gehn auf ...


DER PANTHER
Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
so müd geworden, daß er nichts mehr hält.
Ihm ists, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.

Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitee,
in der betäubt ein großer Wille steht.

Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
sich lautlos auf -. Dann geht ein Bild hinein,
geht durch der Glieder angespannte Stille .
und hört im Herzen auf zu sein.

Das war - als Kind - mein Lieblingsgedicht


"Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen,
die sich über die Dinge ziehn.
Ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen,
aber versuchen will ich ihn.
Ich kreise um Gott, den uralten Turm,
und ich kreise jahrtausende lang;
und ich weiss noch nicht:
bin ich ein Falke, ein Sturm,
oder ein grosser Gesang"

 
Man muß nie verzweifeln, wenn einem etwas verloren geht,
ein Mensch oder eine Freude oder ein Glück;
es kommt alles noch herrlicher wieder.
Was abfallen muß, fällt ab; was zu uns gehört, bleibt bei uns,
denn es geht alles nach Gesetzen vor sich,
die größer als unsere Einsicht sind
und mit denen wir nur scheinbar im Widerspruch stehen.
Man muß in sich selber leben und an das ganze Leben denken,
an alle seine Millionen Möglichkeiten, Weiten & Zukünfte,
denen gegenüber es nichts Vergangenes und Verlorenes gibt.
 
Nennt ihr das Seele, was so zage zirpt
in euch ? Was, wie der Klang der Narrenschellen,
um Beifall bettelt und um Würde wirbt,
und endlich arm ein armes Sterben stirbt
im Weihrauchabend gotischer Kapellen,-
nennt ihr das Seele ?
Schau ich die blaue Nacht, vom Mai verschneit,
in der die Welten weite Wege reisen,
mir ist, ich trage ein Stück Ewigkeit
in meiner Brust. Das rüttelt und das schreit
und will hinauf und will mit ihnen kreisen ...
Und das ist Seele.
Vor lauter Lauschen und Staunen sei still,
du mein tieftiefes Leben;
daß du weißt, was der Wind dir will,
eh noch die Birken beben.
Und wenn dir einmal das Schweigen sprach,
laß deine Sinne besiegen.
Jedem Hauche gib dich, gib nach,
er wird dich lieben und wiegen.
Und dann meine Seele sei weit, sei weit,
daß dir das Leben gelinge,
breite dich wie ein Feierkleid
über die sinnenden Dinge.

 

 

omlila

Die folgenden Gedichte von Erich Fried sind eine Hommage an diesen großen Menschen,
dessen Kraft & Herz in einer der dunkelsten Zeiten meines Lebens ein Licht für mich waren.

Nika

aus “Warngedichte”, Fischer Verlag 1980

ZU DEN STEINEN
Auch Hunde beißen einander
auch Schlangen sind giftig

Bis zu den Schnecken
bin ich gegangen
um Liebe

zu den Flechten um Mut
zu den Steinen
vielleicht um Verstehn

HEIMWEG VON DELPHI
Wie groß ich war
meine Kleinheit zu erkennen.
Wie stark ich war
meine Schwäche zu gestehen.
Wie klug ich bin
um wieder schnell zu vergessen
wie klein und schwach
und dumm und vergesslich ich bin.

EINBLICK
“Die Menschen
sind völlig blind.”
lehrte
der alte
Bandwurm.
“Nicht einmal
in ihren Darm
können sie sehen.”

TRAUMGESPRÄCH
Ich träumte
daß mein Traum kam.
Er sagte:
Träume schon endlich !
Ich sah ihn an:
Was ? Dich ?
Nein, dich !
Sonst gibt es dich nicht.

ANTWORT
Zu den Steinen
hat einer gesagt:
Seid menschlich.
Die Steine haben gesagt:
Wir sind noch nicht
hart genug.

HOFFNUNG AUF WAHRHEIT
Gib zu
du liebst die Hoffnung
mehr als die Wahrheit.
Dann ist noch Hoffnung
denn dann liebst du
die Wahrheit mehr.
und was du zugibst
ist nicht mehr wahr
weil es wahr ist.

DAS VERSCHLEIERTE BILD
Sie lieben die Freiheit
wie sie
ihre Frauen
lieben
im Dunkeln

Sie tappen
und wagen
den Blick nicht
in ihren
offenen Schoß
 

DIE ABLENKUNG
Ich will keine Angst vor dir haben
sondern ich will deiner Angst
Angst vor dir machen
bis sie bei mir Schutz sucht
Du bist nicht da
drum darf sie sich in meinem Zimmer
breitmachen und
darf essen an meinem Tisch
Ich habe genug zu essen
und wohne allein
ich kann es mir gestatten
gastfrei zu sein
Ich biete ihr mein Bett an
sie macht meine Lampe trübe
ihre dünnen Lippen
bewegen sich im Halbschlaf
Solange sie da ist
kann sie nicht gehn und dich suchen
mein Finger berührt ihren Mund
sie sieht dir ähnlich
Ich wiege sie ein
ich liege bei deiner Angst
heut nacht kommt sie nicht zu dir
heut nacht kannst du schlafen

RÜCKBLICK
Dann sage ich:
Ich denke noch an die Liebe
aber den Streit
beginne ich zu vergessen
Dann denke ich:
Ich beginne zu glauben
was ich sage
vom Vergessen des Streites
Dann weiß ich:
Was ich sage und was ich denke
ist nicht wahr
ich glaube mir kein Vergessen
Ich kann nicht die Liebe vergessen
und nicht den Streit
nur was ich sage und denke
nur was ich lüge und glaube

ANGST VOR DER ANGST
Angst was kommt
Denken vor Angst was kommt
Angst vor dem Denken was kommt
Angst vor dem Denken
Wenn es kommt’
kommt es wegen der Angst
wegen der Angst vor dem Denken
die mir Angst macht.

WINTERFUTTER
Liegengebliebenes Mitleid
hartgewordene Trauer
Ein Ende Leben
vertrocknet oder verfault
Eingerostetes Unglück
verschüchterte Martern
Mürbe werdender Stolz
Schande die langsam nachreift
Angst vor dem Sterben
vermengt mit Sehnsucht nach dem Tod
Und mehr dergleichen:
davon nährt sich der Mut.

 

NACHLIEBE
Im Korb
den du mir gegeben hast
war auch Mißtrauen

Seit ich es kostete
glaub ich mir nicht
wer ich bin

DIE ABNEHMER
Einer nimmt uns das Denken ab
Es genügt
seine Schriften zu lesen
und manchmal dabei zu nicken

Einer nimmt uns das Fühlen ab
Seine Gedichte
erhalten Preise
und werden häufig zitiert

Einer nimmt uns
die großen Entscheidungen ab
über Krieg und Frieden
Wir wählen ihn immer wieder

Wir müssen nur
auf zehn bis zwölf Namen schwören
Das ganze Leben
nehmen sie uns dann ab

ASCHE
Ich bin die Asche
meiner Flammen
deren Brennholz
ich wurde
das mich kleinschlug
als ich Axt war
gehalten
von meinen Händen
die mich brannten
bis ich Kühlung
suchte in meiner Asche.

DIE HÄNDLER
Sie sind nicht feilschende Juden
und das ist leicht zu erkennen
denn sie leben
und sechs Millionen feilschende Juden sind tot

Sie leben und protestieren:
Man tut uns unrecht
Es waren nicht sechs Millionen
es waren nur fünfeinhalb

Sie leben und wehren sich
gegen das bittere Unrecht:
Es waren nicht fünfeinhalb
es waren nur fünf

Nur fünf Millionen -
man tut uns millionenfach Unrecht
nur fünf Millionen -
Wer bietet weniger ?

UNRECHT
Wer immer weiß
zu welchem Gott er betet
wird nie erhört.

 

aus: “Gegengift”,
Verlag Klaus Wagenbach, Berlin

ANGST UND ZWEIFEL
Zweifle nicht
an dem
der dir sagt
er hat Angst

aber hab Angst
vor dem
der dir sagt
er kennt keinen Zweifel

KONSTRUKTIVE SELBSTKRITIK
Meine Schwäche
war
mein Gefühl
der Überlegenheit

Das habe ich
überwunden
Jetzt bin ich
vollkommen

FAST ALLES
Ich habe meine Lehrzeit
hinter mir
Ich lernte hören und sehen:
Fast alle Menschen taten
fast allen Menschen
fast alles ...

 

Erich Fried

aus “Die Freiheit den Mund aufzumachen”
Quarthefte - Verlag Klaus Wagenbach, Berlin - 1972

Regelmäßiges Zeitsignal (ein Gedicht zum Lautlesen)

G I C K S !

ruhig waren die nördlichen abend
im juni, sorglos schlug die messinguhr
auf den inseln, leicht ging ein helles gelächter,
leicht gingen kleine schreie, leicht
ging eine junimusik ...

G I C K S !

... warum ich nicht ? Warum dieser Lärm, diese Stimmen ?
Ich btte Sie, Bollin: Nur Ihre Schaufel will ich hören,
den guten märkischen Sand, vielleicht dann und wann
einen Vogel und den Wind in den Kiefern:

G I C K S !

dich sang er
demokratie
& riet euch zu wählen
na wen wohl
setzte den hahn aufs plakat
(keinen roten versteht sich)
& ließ ihn mist über mist krähn

G I C K S !

Sie kriechen eigentlich zwischen Requisiten umher,
die längst amortisiert sind und ihnen ihr Dasein
nur als Almosen gewähren, indem sie über
die eigene Lebensdauer hinaus fortexistieren.

G I C K S !

Einer nimmt uns das Denken ab
Es genügt seine Schriften zu lesen
und manchmal dabei zu nicken
Einer nimmt uns das Fühlen ab
Seine Gedichte
erhalten Preise
und werden häufig zitiert

G I C K S !

Die Unterbrechungen zwischen den Gicksern
stammen von Hand Magnus Enzensberger Günter Grass
Yaak Karsunke Theodor W. Adorno Erich Fried
und dauern je fünfzehn Sekunden: Alle fünfzehn Sekunden
verhungert in Lateinamerika ein Kind.

G I C K S !


Für alle, die mehr über Erich Fried wissen & lesen möchten:
Der Verlag Klaus Wagenbachbetreibt eine offizielle
Erich Fried Website www.erich-fried.de
oder verschiedene private Erich Fried Seiten:
www.erichfried.de
www.erichfried.com

 

 

 

 


Hier standen einige Gedichte von Mascha Kaléko - die ich wegen des Urheberrechts leider löschen musste ...
(... was sicher den Bekannheitsgrad dieser Dichterin nicht vergrößert - schade !)

Deshalb hier mein Dank an Mascha Kaléko, deren Gedichte mir vor vielen Jahren eine Tür in eine neue Welt öffneten.

Danke !

 

omlila

Weitere Gedichte & Sprüche, die mir gefallen ...

Achte auf Deine Gedanken,
denn sie werden Deine Worte.
Achte auf Deine Worte,
denn sie werden Handlungen.
Achte auf Deine Handlungen,
denn sie werden Gewohnheiten.
Achte auf Deine Gewohnheiten,
denn sie werden Dein Charakter.
Achte auf Deinen Charakter,
denn er wird Dein Schicksal !
Talmud
Buddha


Lebensregeln von Mutter Teresa und Kent Keith - die "Dennoch"-Haltung

  • Menschen sind oft unvernünftig, unlogisch und Ich-bezogen - vergib ihnen dennoch.
  • Wenn Du freundlich bist, kann es sein, dass andere Dir eigennützige Motive und Hintergedanken vorwerfen - sei dennoch freundlich.
  • Wenn Du erfolgreich bist, gewinnst Du möglicherweise einige falsche Freunde und einige regelrechte Feinde - sei dennoch erfolgreich.
    Wenn Du ehrlich und offen bist, kann es sein, dass andere Dich übers Ohr hauen - sei dennoch ehrlich und offen.
  • Was Du jahrelang aufgebaut hast, kann ein anderer über Nacht zerstören - baue es dennoch auf.
  • Wenn Du gelassen und glücklich bist, kann es sein, dass andere eifersüchtig sind - sei dennoch glücklich.
  • Das Gute, das Du heute tust, werden die Leute morgen oft schon vergessen haben - tue dennoch Gutes.
  • Gib der Welt das Beste, das Du hast, auch wenn es nie genug sein wird - gib der Welt dennoch dein Bestes.
  • Letztendlich ist alles eine Sache zwischen Dir und Gott; es war ohnehin nie eine Sache zwischen Dir und den Anderen.
     

VERLEIHE MIR SCHWINGEN ...
Flügel-Herz
Oh Herr, du weißt besser als ich,
daß ich von Tag zu Tag älter und eines Tages alt sein werde.
Bewahre mich vor der Einbildung, bei jeder Gelegenheit
und zu jedem Thema etwas sagen zu müssen.
Erlöse mich von der großen Leidenschaft,
die Angelegenheiten Anderer ordnen zu wollen.
Lehre mich nachdenklich - aber nicht grüblerisch,
hilfreich - aber nicht diktatorisch zu sein.

Bei meiner ungeheuren Ansammlung von Weisheit
erscheint es mir ja schade, sie nicht weiterzugehen,
aber du verstehst, oh Herr, daß ich mir ein paar Freunde halten möchte.

Bewahre mich vor der Aufzählung endloser Einzelheiten
und verleihe mir Schwingen, zur Pointe zu gelangen.
Lehre mich Schweigen über meine Krankheiten und Beschwerden -
sie nehmen zu - und die Lust, sie zu beschreiben, wächst von Jahr zu Jahr.
Ich wage nicht, die Gabe zu erflehen,
mir Krankheitsschilderungen anderer mit Freuden anzuhören,
aber lehre mich, sie geduldig zu ertragen.

Lehre mich die wundersame Weisheit, daß ich mich irren kann.
Erhalte mich so liebenswert wie möglich,
ich möchte kein Heiliger sein - mit ihnen lebt es sich so schwer -
aber ein alter Griesgram ist das Krönungswerk des Teufels.
Lehr mich, an anderen Menschen unerwartete Talente zu entdecken,
und verleihe mir, oh Herr, die schöne Gabe, sie auch zu erwähnen.
Theresa von Avila (1515-1582)
 

Nikas Hände

"Gott, gib uns
die Gnade der Gelassenheit,
um Dinge hinzunehmen,
die wir nicht ändern können,
den Mut, Dinge zu ändern,
die geändert werden sollten,
und die Weisheit,
das eine vom anderen zu unterscheiden. "
Reinhold Niebuhr /1942


DIE DREI SIEBE DES SOKRATES

EINES TAGES KAM EINER ZU SOKRATES UND WAR VOLLER AUFREGUNG.
"HE, SOKRATES, HAST DU DAS GEHÖRT, WAS DEIN FREUND GETAN HAT?
DAS MUSS ICH DIR GLEICH ERZÄHLEN."
"MOMENT MAL", UNTERBRACH IHN DER WEISE.
"HAST DU DAS, WAS DU MIR SAGEN WILLST, DURCH DIE DREI SIEBE GESIEBT?"
"DREI SIEBE?" FRAGTE DER ANDERE VOLLER VERWUNDERUNG.
"JA, MEIN LIEBER, DREI SIEBE.
LASS SEHEN, OB DAS, WAS DU MIR ZU SAGEN HAST,
DURCH DIE DREI SIEBE HINDURCHGEHT.
DAS ERSTE SIEB IST DIE WAHRHEIT.
HAST DU ALLES, WAS DU MIR ERZÄHLEN WILLST, GEPRÜFT, OB ES WAHR IST?"
"NEIN, ICH HÖRTE ES ERZÄHLEN UND . . ."
"SO, SO! ABER SICHER HAST DU ES MIT DEM ZWEITEN SIEB GEPRÜFT.
ES IST DAS SIEB DER GÜTE.
IST DAS, WAS DU MIR ERZÄHLEN WILLST -
WENN ES SCHON NICHT ALS WAHR ERWIESEN IST -, SO DOCH WENIGSTENS  GUT?"
ZÖGERND SAGTE DER ANDERE: "NEIN, DAS NICHT, IM GEGENTEIL . . ."
"AHA!" UNTERBRACH SOKRATES.
"SO LASS UNS AUCH DAS DRITTE SIEB NOCH ANWENDEN UND LASS UNS FRAGEN,
OB ES NOTWENIG IST, MIR DAS ZU ERZÄHLEN, WAS DICH ERREGT!"
"NOTWENDIG NUN GERADE NICHT . . ."
"ALSO", LÄCHELTE DER WEISE,
"WENN DAS, WAS DU MIR ERZÄHLEN WILLST,
WEDER WAHR, NOCH GUT, NOCH NOTWENDIG IST,
SO LASS ES BEGRABEN SEIN
UND BELASTE DICH & MICH NICHT DAMIT!"
 


Wolle nur, was du sollst, so kannst du, was du willst.“
Friedrich Rückert

Es gibt nur einen Weg zum Glück und der bedeutet,
aufzuhören mit der Sorge um Dinge,
die jenseits der Grenzen unseres Einflussvermögens liegen.
Epiktet

Das Glück besteht nicht darin, dass du tun kannst, was du willst, sondern darin, dass du immer willst, was du tust.
Leo N. Tolstoi
 

Vater, mache mich zum Werkzeug deines Friedens:
Daß ich Liebe bringe, wo man sich haßt.
Daß ich Versöhnung bringe, wo man sich kränkt.
Daß ich Einigkeit bringe, wo Zwietracht ist.
O Meister, hilf mir, daß ich nicht danach verlang,
getröstet zu werden, sondern zu trösten,
verstanden zu werden, sondern zu verstehen,
geliebt zu werden, sondern zu lieben.
Franz von Assisi


Es ist besser gewalttätig zu sein,
wenn du Gewalt im Herzen trägst,
als hinter der Fassade von Friedfertigkeit,
deine Unfähigkeit zu verbergen.

Es gibt keinen Weg zum Frieden, Frieden ist der Weg!

Es gibt nur einen Weg,
durch Gewaltlosigkeit Unabhängigkeit zu erreichen:
Wenn wir sterben, leben wir, wenn wir töten, niemals.
Ghandi

Es gibt kein größeres Geschenk an dich und deine Mitmenschen,
als wenn du beschließt, mit dem Kämpfen aufzuhören.
Stuart Wilde

Der vollkommene Friede ist die Wahrheit.
Reinhold Schneider

Frieden kannst du nur haben, wenn du ihn gibst.
Marie von Ebner-Eschenbach

Wir sehnen uns nach der Welt und finden die Welt.
Wenn wir uns nach Gott sehnen, werden wir Gott finden.
Sicher, dies ist ein Gesetz:
Der brennenste Wunsch in uns muß erfüllt werden.
Thakar Singh

Ein Besucher sah mit Erstaunen,
daß der Rabbi in einem Zimmer nur mit einem Tisch,
einem Stuhl, einem Bett und ein paar wenigen Büchern lebte.
"Rabbi, wo sind ihre Möbel?" fragte der Besucher.
"Wo sind Ihre?" erwiderte der Rabbi.
"Meine? Aber ich bin nur zu Besuch hier.
Ich bin auf der Durchreise", sagte der Besucher.
"Genau wie ich", sagte der Rabbi.
 


Inschrift auf einem Grenzstein
in Porco Giardino Sigurte bei Verona


Die Jugend ist nicht ein Abschnitt des Lebens,
sie ist ein Zustand der Seele,
der in einer bestimmten Form des Willens besteht,
in einer Bereitschaft zur Phantasie, in einer gefühlsmäßigen Kraft,
im Überwiegen des Mutes über die Zaghaftigkeit
und der Abenteuerlust über die Liebe zur Bequemlichkeit.

Man wird nicht alt, wegen einer einfachen Tatsache,
dass man eine bestimmte Zahl von Jahren gelebt hat,
sondern nur, wenn man sein eigenen Ideal aufgibt.
Wenn die Jahre ihre Spuren auf den Körper zeichnen,
so zeichnet der Verzicht auf die Begeisterung sei auf die Seele.
Der Abscheu, der Zweifel, das Fehlen von Sicherheit,
die Furcht und das Misstrauen
sind lange Jahre, die das Haupt beugen und den Geist zum Tode führen.

Jung sein bedeutet,
mit sechzig oder siebzig Jahren die Liebe zum Wunderbaren bewahren,
das Erstaunen für die leuchtenden Dinge
und die strahlenden Gedanken, die kühnen Glauben,
den man den Ereignissen entgegenbringt,
den unstillbaren Wunsch des Kindes für alles, was neu ist,
den Sinn für die angenehme und fröhliche Seite des Daseins.

Ihr werdet so lange jung sein,
wie euer Herz die Botschaft der Schönheit,
der Kühnheit und des Mutes aufnehmen wird,
die Botschaft der Größe und der Stärke,
die euch von der Welt, von einem Menschen
oder von der Unendlichkeit geschenkt werden.

Wenn alle Fasern eures Herzens zerrissen sein werden
und wenn sich auf ihnen der Schnee des Pessimismus
und des Eis des Zynismus gehäuft haben werden,
erst dann werdet ihr alt sein
und dann möge Gott sich eurer Seele erbarmen.
 

frosch

DER LILA HUT

Mit 3 Jahren:
Sie schaut sich im Spiegel an und sieht eine Königin.

Mit 8 Jahren:
Sie schaut sich an und sieht das Aschenputtel

Mit 15 Jahren:
Sie schaut sich an und sieht die hässliche Stiefschwester des Aschenputtels:
„Mutter so kann ich unmöglich zu Schule gehen!“

Mit 20:
Sie schaut sich an und sieht sich
„zu dick, zu dünn, zu klein, zu groß, die Haare sind zu kraus, zu glatt“
aber sie geht trotzdem aus.

Mit 30:
Sie schaut sich an und sieht sich
„zu dick, zu dünn, zu klein, zu groß, die Haare sind zu kraus, zu glatt“
aber sie findet, sie habe jetzt keine Zeit, sich darum zu kümmern
und sie geht trotzdem aus.

Mit 40:
Sie schaut sich an und sieht sich
„zu dick, zu dünn, zu klein, zu groß, die Haare sind zu kraus, zu glatt“
aber sie sagt, sie sei zumindest sauber,
und sie geht trotzdem aus.

Mit 50:
Sie schaut sich an und findet:
„ICH BIN ICH“
und geht überall hin, wo sie hingehen will.

Mit 60:
Sie schaut sich an
und erinnert sich an alle Menschen,
die sich nicht mehr im Spiegel betrachten können.
Sie geht hinaus in die Welt und erobert sie.

Mit 70:
Sie schaut sich an und sieht:
Weisheit, Lachen und Fähigkeit,
sie geht aus und genießt das Leben.

Mit 80
kümmert sie sich nicht mehr darum, in den Spiegel zu schauen.
Sie setzt sich ganz einfach einen lila Hut auf und geht aus,
um sich mit der Welt zu vergnügen.

Vielleicht sollten wir alle
jenen lila Hut schon früher aufsetzen.
unbekannte Verfasserin

PROLOG - GEDICHT ÜBER DIE EINHEIT

Am Anfang war ich Einheit.
Licht, Dunkelheit, Nichts und Alles.

Dann löste sich der Tropfen -
heraus aus der Einheit -
Welch´unbeschreiblicher Schmerz.
Bis heute ist die Erinnerung
an diesen Schmerz
kaum zu ertragen.

Dann wurde ich Krokodil,
dann Schlange vielleicht, oder Wurm ?
Wurde Tier, Pflanze und Mensch
Wurde Baum, Strauch und wieder Mensch.

Äonen mussten vergehen,
bis ich erkennen durfte
was ich schon immer war:

Nämlich EINHEIT und WAHRHEIT.

Jedoch höre,
auch als Krokodil war ich Einheit und Wahrheit.
Doch ich wußte es nicht.
Auch als Baum war ich Einheit und Wahrheit.
Es war mir nicht bewußt.

Jetzt, in diesem Menschenleben,
ist nach unzähligen Leben die Zeit gekommen,
diese Einheit zu erkennen
und
bewußt nach Hause zurückzukehren ...
Verfasser unbekannt

 

 

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